Verkehrszähmer

Schulweg-Abenteuer von Erwachsenen – Teil 2

Die Kühe sind los – 1973

Damals ging ich zusammen mit meiner Freundin Sonja zur Schule. Ich musste immer klingeln und warten, weil Sonja nie fertig war. Damals grenzte an ihre Straße eine Gasse. Diese haben wir immer als Abkürzung zur Schule genommen. Die Gasse war umringt von Wiesen und Bäumen. Alles war abgegrenzt mit Zäunen, denn auf den Wiesen standen die Kühe und auch Stiere von den Bauern.
Eines Morgens gingen wir zwei plappernd durch die Gasse, als wir feststellen mussten, dass ein paar Kühe nicht hinter dem Zaun, sondern davor herumliefen. Man muss wissen, dass Gassen ziemlich enge Wege sind und wenn eine Kuh darin steht, kein Platz mehr für einen Menschen ist.
Wir versuchten sie durch lautes Rufen und Schreien zu verscheuchen, aber es half alles nichts. Zwei von denen nahmen auch noch unseren Weg zur Schule. Wir hatten ziemliches Herzklopfen und folgten den beiden. Dabei drehten wir uns immer wieder um, um nachzugucken, was die anderen Kühe machten. Oben  am Ende der Gasse sahen wir dann den Bauern stehen, der schon dabei war, seine entlaufenden Kühe einzufangen. Wir hatten ganz schön Angst und sind lange Zeit nicht mehr durch die Gasse gegangen.
Aber wir hatten natürlich in der Schule viel zu erzählen. Und so ein Abenteuer vergisst man auch nicht so schnell wie man hier sieht.

Petra Brandt 2b

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Schulweg-Abenteuer  im 2. Weltkrieg

Meine Schule in einer großen Stadt war in 5-10 Minuten zu erreichen.
Es war ein schönes, großes Gebäude mit riesigen glänzenden Fluren und großen Klassenräumen.
Als aber im Krieg die Bomben fielen, wurde viel zerstört. Der Unterricht wurde oft im Schutzkeller fortgesetzt.
Eines Tages erhielten mein kleiner Bruder und ich eine Einladung. Wir durften zu einer Tante nach Pommern reisen. Herrlich!!
Ein großer Bauernhof mit Pferden und Kühen und Schweinen, kein Fliegeralarm, keine Bomben.
Ja, aber dann der Schulweg. Wie andere Höfe und Güter war auch ‚unserer‘ weit vom Dorf entfernt. Tante Ida fuhr uns am ersten Tag mit dem Pferdeschlitten zur Schule. Prima!
Am nächsten Tag mussten wir fast vier Kilometer hin und zurück!
Nach ein paar Tagen- kein Problem!
Dann aber wurde es Winter. Der Schnee reichte mir bis über die Knie. Mein kleiner Bruder ging hinter mir und jammerte: „Mach nicht so große Schritte, ich komme nicht in deine Fußstapfen!“
Pitschnass kamen wir kurz vor Schulschluss an und durften uns zum Trocknen an den Kachelofen setzen. Dann aber ging es wieder durch den tiefen Schnee zurück.

Eveline Steinbach- Großmutter von Amelie und Emilia Steinbach, Klasse 3c

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Schulweg-Abenteuer von 1949

Mutprobe mit Jauche

Es war an einem schönen Spätsommertag. Die Schule war beendet. Meine Freundin Ingrid und ich traten friedlich den Heimweg an. Auf dem Heimweg hatten wir uns immer viel zu erzählen. An diesem Tag unterhielten wir uns über Mutproben. „Was ist eine Mutprobe?“, fragte meine Freundin mich.
Vor uns fuhr ein großer Traktor mit einem großen Jauchetank. Die Jauche war als Dünger für eine naheliegende Wiese gedacht. Ich erklärte meiner Freundin Ingrid: „Wenn ich den Hebel des Jauchetanks öffne, ohne dass der Bauer etwas merkt, dann ist das eine Mutprobe“
Meine Freundin bezweifelte, dass ich mich das trauen würde. Ohne die Folgen zu bedenken, rannte ich hinter dem langsam fahrenden Traktor her und schaffte es, den Hebel, der den Tank verschloss, zu öffnen. Oh Schreck! In einem hohen Bogen kam die Jauche herausgeschossen und ich stand darunter. Über und über mit Jauche begossen lief ich zu meiner Freundin zurück. Die war genauso erschrocken wie ich und versuchte mich mit ihrem kleinen Kindertaschentuch zu reinigen. Der Jauchegeruch wechselte natürlich von mir auch zu ihr. Zwischenzeitlich hatte der Bauer auch bemerkt, was passiert war. Es gab natürlich großen Ärger.
Noch größeren Ärger gab es aber zu Hause. Unsere Mütter waren entsetzt. Da wir zu dieser Zeit (1949) kein Badezimmer besaßen, musste erst einmal Wasser heiß gemacht werden, um uns zu baden.
Diese Mutprobe haben meine Freundin Ingrid und ich nie vergessen. Den Ärger zu Hause auch nicht.

Großmutter von Zara Lentz, Klasse 4d

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Zicken

Damals auf dem Schulweg habe ich mich am Zebrastreifen mit meinen Freunden getroffen.
Wir haben uns gegenseitig Witze erzählt und sehr viel gelacht. Wir haben auch die Mädchen geärgert, vor allem die Mädchen, die am zickigsten waren.
Das hat uns Jungs sehr viel Spaß gemacht.

E. Kocygit

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